Da in der Lehmkaul kein Mangel an Raupenfutterpflanzen herrscht, bleibt als wichtigste Maßnahme, um die Anzahl und die Vielfalt der Schmetterlinge zu erhöhen, die Anpflanzung einer reichen Auswahl an heimischen Blühpflanzen. Es gibt eine Reihe von Pflanzen, von denen viele Schmetterlingsarten geradezu magisch angezogen werden, darunter ist der Dost, der Wasserdost, der Heilziest, der Blutweiderich oder auch die Fetthenne. Diese Pflanzen werden regelmäßig vom Kleinen Fuchs, dem Admiral, dem Tagpfauenauge, dem Landkärtchen oder dem Zitronenfalter besucht. Entsprechend wurden eine große Anzahl dieser Pflanzen in die Lehmkaul gepflanzt.
Es gibt aber auch einige Schmetterlingsarten, deren Existenz von der Anwesenheit ganz bestimmter, oft seltener Pflanzen abhängt. Hierfür wurden z.B. Hohe und Duftende Schlüsselblume (-> Schlüsselblumen-Würfelfalter), Bunte Kronwicke (-> Kronwicken-Bläuling) und Faulbaum (-> Zitronenfalter, Faulbaum-Bläuling) angepflanzt.
Auch das Gelände kann attraktiv für Schmetterlinge gestaltet werden, so braucht z.B. der Mauerfuchs Felsspalten, wo er sich nachts verstecken kann, gerne übernachtet er auch in den Spalten der neu geschaffenen Trockenmauern.




Nachtfalterbestimmungen
Seit Juli 2023 finden ein- bis zweimal im Jahr Nachtfalterbestimmungen in der Lehmkaul statt: Mit Hilfe und unter Anleitung des Schmetterlingsexperten Dietmar Borbe aus Heiligenhaus, Kreis Mettmann, (herzlichen Dank dafür!) sollten die nachtaktiven Falter der Lehmkaul (oder zumindest ein Teil davon) erfasst werden.

Die nachtaktiven Falter sind meist nicht so spektakulär gezeichnet wie die tagaktiven Schmetterlinge (es gibt Ausnahmen!) und man muß schon ganz genau hinsehen, wenn man tagsüber einen Nachtfalter entdecken will, da sie sehr gut getarnt sind (siehe Foto von Hoplodrina blanda, aufgenommen in der Lehmkaul am 19.7.23 um 11.11).
Um die nachtaktiven Falter in der Lehmkaul anzulocken, wurden verschiedene Methoden angewendet: zum einen wurde ein Lichtzelt aufgebaut (ein Gazezelt, das von innen mit einer Spezialleuchte angestrahlt wird), von dem zahlreiche Falter angelockt werden. Bei der zweiten Methode benutzt man einen Köderanstrich aus süßem Sirup, gemischt mit einer stark duftenden Flüssigkeit (z.B. Glühwein), die auf Holzflächen oder Baumrinde aufgetragen wird, hiervon werden wieder andere Arten angezogen. Jeweils über zwei bis drei Stunden nach Beginn der Dämmerung, meist bis Mitternacht, wurde beobachtet und die verschiedenen Köderstellen immer wieder mit der Taschenlampe abgesucht. Die angelockten Falter wurden zum Teil direkt per Foto dokumentiert, einige besonders attraktive oder schwierig zu bestimmende Arten in Spezialgläsern eingefangen und am nächsten Morgen bei Tageslicht fotografiert. Und danach natürlich wieder freigelassen. Die meisten Arten konnten von Dietmar Borbe direkt bestimmt werden, für einige Bestimmungen war eine sorgfältige Analyse der Fotos später zu Hause nötig.




Eine weitere Methode der Erfassung, die nur bei wenigen Falterarten möglich ist, besteht im Anlocken mit Pheromonen. Pheromone sind Sexuallockstoffe, die auch in sehr starker Verdünnug wahrgenommen werden und die Männchen zu den Weibchen führen. Im Sommer 2023 konnten mit Hilfe von Pheromonen 2 Glasflügler-Schmetterlingsarten in der Lehmkaul nachgewiesen werden. Im Frühjahr 2024 wurde mit Hilfe eines Pheromons auch die Anwesenheit des Kleinen Nachtpfauenauges nachgewiesen.




