Den Bestand an blühenden Pflanzen in der Lehmkaul zu erweitern, war gar nicht so einfach wie zunächst gedacht. Der Erfolg hing wesentlich davon ab, ob Boden, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit passend waren und, nicht zuletzt, ob die alteingesessenen Pflanzen den „Neuen“ etwas Platz zum wachsen überlassen wollten. Und dann waren da auch noch die Rehe, die über eine Abwechslung auf ihrer Speisekarte hoch erfreut waren.
Am einfachsten war noch die Bestandserweiterung von blühenden Pflanzen, die schon in kleiner Zahl in der Lehmkaul vorkamen. Hier wurden gepflanzt:
Ackerwitwe, Akelei, Dost, Duftende Schlüsselblume, Flockenblume, Hohler Lerchensporn, Klappertopf, Knoblauchsrauke, Margerite, Schafgarbe, Walderdbeere, Wiesenstorchenschnabel, Wilde Karde;
Neu angepflanzt wurden heimische Stauden, die in der Umgebung vorkommen, sei es aus Samen angezüchtet, umgesetzt aus Naturgärten oder ungefährdeten Beständen sowie erworben aus dem Projekt „Tausende Gärten-Tausende Arten“ -> (*):
Bärlauch, Beinwell, Bergflockenblume, Blutstorchenschnabel, Blutweiderich*, Braunelle*, Bunte Kronwicke, Echter Baldrian, Edel-Gamander*, Färberkamille, Ferkelkraut*, Fetthenne, Frauenmantel, Frühlingsfingerkraut, Futter-Esparsette, Gamander-Ehrenpreis*, Goldfelberich, Großblütige Königskerze, Heidenelke*, Heilziest*, Hohe Schlüsselblume, Huflattich, Kartäusernelke*, Knäuelglockenblume, Knotenbeinwell, Knöllchensteinbrech*, Kornrade, Kuckuckslichtnelke*, Leinkraut, Lungenkraut, Mädesüß, Nachtviole*, Natternkopf, Nesselblättrige Glockenblume*, Orangerotes Habichtskraut, Rote Lichtnelke, Rosenmalve, Ruhrflohkraut, Rundblättrige Glockenblume*, Scharfer Mauerpfeffer, Schwarze Königskerze*, Seifenkraut, Taubenkropf-Leimkraut*, Teufelsabbiß, Thymian, Wasserdost, Wegwarte, Weißer Mauerpfeffer, Wilde Malve, Wirbeldost, Wundklee*;
Neuanpflanzungen von heimischen Pflanzen aus Gärtnerkultur:
Blausternchen, Roter Fingerhut, Schachbrettblume, Wildtulpe;
Neuanpflanzungen von Gehölzen:
Faulbaum, Kornelkirsche, Vogelbeere, Speierling, Felsenbirne, Kreuzdorn, Elsbeere, Stechpalme, Berberitze, Traubenkirsche;
Nicht alle „Neuen“ konnten sich halten, so verschwand zum Beispiel die Nachtviole nach 2 Jahren wieder von der Bildfläche und die ersten (wurzelnackten) Faulbäumchen, gepflanzt im Herbst 2021, überstanden den trockenen Sommer 2022 nicht.
Beim nächsten Faulbaum-Versuch im Herbst 2023 wurden dann 7 Bäumchen mit Wurzelballen gepflanzt und zum Schutz gegen Fegen mit einem kleinen Zaun versehen, bisher (Stand 2026) erfreuen sie sich guter Gesundheit. Auch den anderen im Herbst 2023 über die LEADER-Förderung gekauften Bäumen und Sträuchern (alle mit Wurzelballen): Kreuzdorn(2x), Vogelbeere(3x), Felsenbirne(2x), Speierling(1x), Elsbeere(2x), Stechpalme(3x), Berberitze(3x), Traubenkirsche(1x) geht es gut. Nur bei der Gewöhnlichen Traubenkirsche, die angeblich von Rehen verschmäht wird, fand sich irgendwann das traurige Bild von herunterhängender Rinde an 2 von 3 Hauptästen, mal sehen, ob sie trotz der Fege-Attacke doch noch in der Lehmkaul heimisch werden kann.
Im Frühjahr 2024 wurde vor der Lehmkaul ein ca. 10 m2 großer Streifen neu eingesäht mit einer Wildblütenrasen-Mischung, die regelmäßig geschnitten werden kann, ohne dass die blühenden Kräuter dadurch verschwinden. Vor der Einsaat wurden die Grassoden entfernt (die fanden an anderer Stelle in der Lehmkaul Verwendung). Der Boden wurde vor der Einsaat durch Sandzusatz abgemagert, so hatten die blühenden Kräuter aus der Mischung eine größere Chance, sich gegen die Pflanzen durchsetzen können, die eher die fetten Böden lieben und deutlich weniger artenreich sind.
Im Herbst 2024 wurden eine größere Zahl an Silberweiden-Stecklinge vor allem da eingesetzt, wo alte Weiden umgestürzt waren und lichte Flächen entstanden waren.














