–> Pilze –> Flechten –> Schleimpilze –> Haareis
Die Lehmkaul bietet ein interessantes Spektrum an Pilzen, die von dem reichen Totholzvorkommen und der dauernden Feuchtigkeit in den baum- und buschbestandenen Bereichen profitieren. Noch steht eine fachkundige Bestimmung aller Pilze in der Lehmkaul aus, einige leichter zu bestimmende Arten seien genannt:
Roter Becherling (seltene und nach Roter Liste gefährdete Pilzart, RL 3!), Judasohr, Kreiseldrüsling, Schopftintling, Gesäter Tintling, Schmetterlingstramete, Striegelige Tramete, Winter-Stielporling, ……..; (a= Hut von oben , b= Hut von unten)





























Die Menge an Speisepilzvorkommen ist so gering, dass ein Sammeln absolut nicht lohnt, aber es bleibt die Freude an der Entdeckung und Betrachtung. Und natürlich haben die Pilze eine wichtige Funktion im Kreislauf der Natur. Dazu hier ein Zitat aus der NABU Seite „Wissenswertes über Pilze“ :
- Zusammen mit den Bakterien bilden Pilze die Zersetzerorganismen (Destruenten) im Stoffkreislauf unserer Ökosysteme. Sie bauen beispielsweise Holz, vertrocknete Blätter, Früchte, aber auch Horn und Fette ab. Dabei führen sie Stickstoffverbindungen und andere Stoffe in den Boden zurück, die dadurch Pflanzen und Tieren erneut zur Verfügung stehen. Diese „Recycling“-Aufgabe macht Pilze aus ökologischer Sicht zu den Ernährern des Waldes.
- Eine weitere Schlüsselrolle haben Pilze als Symbiosepartner. Besonders hervorzuheben sind Flechten als eine Lebensgemeinschaft mit Algen sowie die Mykorrhiza, übersetzt „Pilzwurzel“, als Partnerschaft zwischen Pilzen und Gefäßpflanzen. Die meisten unserer Bäume leben mit solchen Pilzen in Symbiose. Mykorrhizapilze umkleiden die Feinwurzeln des Baumes, sammeln Nährstoffe und leiten diese zusammen mit Wasser den Pflanzen zu. Im Gegenzug erhält der Pilz die zu seinem Leben erforderlichen Stoffe, also vor allem Zucker, Eiweiße und Vitamine.
Flechten
Auch wenn Pilze, Schleimpilze und Flechten zu unterschiedlichen biologischen Systemen gehören, seien an dieser Stelle die in der Lehmkaul gefundenen Flechten (Symbiose aus Pilzen und Algen) und Schleimpilze (Einzellige Lebewesen, keine Pilze) aufgeführt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Flechten und Schleimpilzen sind sehr spannend, für weitere Informationen siehe: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pilze-und-flechten/14125.html und https://de.wikipedia.org/wiki/Schleimpilze
Die folgenden Flechten aus der Lehmkaul können nach ihrem Aussehen in Bart-, Krusten-, Strauch- und Blattflechten unterteilt werden, die genauen Artbestimmungen bleiben Experten vorbehalten.








Schleimpilze
Bei den unten gezeigten Schleimpilzen handelt es sich vermutlich u.a. um den Blutmilchpilz(a-c) und den Stäublings-Schleimpilz(d).





Haareis

Ein seltenes, 2025 in der Lehmkaul beobachtetes Phänomen ist die Bildung von haarfeinen Eiskristallen an Totholz. Voraussetzung für die Bildung von Haareis ist die Durchsetzung von feuchtem Totholz mit einem Pilzgeflecht, welches durch seinen Stoffwechsel Gase produziert, die Wasser aus dem Holz nach draußen drücken. Wenn es nicht viel kälter als 0 Grad ist und die Luftfeuchtigkeit hoch ist, kann das Wasser zu sehr langen Eisfäden gefrieren, und man kann bizarre Eisstrukturen bewundern, die auch Eiswolle oder Eishaar genannt werden.
